Erklären fühlt sich gut an.
Zu gut.
Denn jedes Mal, wenn du erklärst, passiert etwas Entscheidendes:
Du wirst gebraucht.
Du bist wichtig.
Ohne dich läuft nichts.
Und genau das ist der Haken.
Erklären gibt dir sofortige Bestätigung.
Es gibt dir Kontrolle.
Es gibt dir das Gefühl, ein guter Boss oder eine gute Chefin zu sein.
Die verständnisvolle.
Der engagierte.
Die, die alles zusammenhält.
Dein Nervensystem liebt das.
Denn im Erklären bist du sicher.
Du kennst den Ablauf.
Du weißt, was zu tun ist.
Du bekommst Reaktion, Dankbarkeit und manchmal sogar Bewunderung.
Führung hingegen?
Führung ist anders.
So viel unbequemer.
Und vor allem: sichtbarer.
Führung bedeutet, Dinge stehen zu lassen.
Entscheidungen nicht weichzuspülen.
Nicht zu retten, nicht zu glätten, nicht zu erklären.
Und genau da entsteht Spannung.
Denn wenn du führst, bist du nicht mehr die Kollegin.
Nicht mehr Everybody’s Darling.
Nicht mehr die, die alles auffängt.
Du wirst bewertbar.
Angreifbar.
Und manchmal auch unpopulär.
Und deshalb greifen so viele immer wieder zum Erklären zurück.
Denn Erklären wird KURZFRISTIG belohnt.
Der Preis kommt später.
Ein Team, das nicht mitdenkt.
Mitarbeiter, die Verantwortung abgeben.
Ein Unternehmen, das an dir hängt.
Und du mittendrin und zwar erschöpft, genervt, innerlich längst raus.
Das Fatale daran:
Je länger du erklärst,
desto schwerer wird Führung.
Denn dein Team lernt nicht, Entscheidungen zu tragen.
Es lernt, auf dich zu warten.
Und du lernst, dass ohne dich nichts läuft.
Eine perfekte Abhängigkeit.
Für alle – außer für dein Wachstum.
Der Ausstieg aus dieser Spirale fühlt sich erst einmal falsch an.
Fast wie Entzug.
Denn plötzlich bekommst du weniger Rückmeldung.
Weniger Applaus.
Weniger Bestätigung.
Aber dafür etwas anderes:
Ruhe im Kopf.
Mut im Kopf.
Klarheit.
Ein Team, das Verantwortung übernimmt.
Und ein Unternehmen, das auch ohne dich funktioniert.
Erklären ist bequem.
Führen ist wirksam.
Und genau hier trennt sich die
Unternehmerin von der Chefin im Dauerstress.
Wie du rauskommst aus der Sucht des Erklärens verrate ich dir hier.



