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Du bist die beste Chefin der Welt.

Steht so in deinem Zeugnis.

Lies mal zwischen den Zeilen.

Bevor ich Unternehmerin wurde, war ich lange in der Industrie angestellt, mit Führungsverantwortung.

Gekündigt hab ich immer dann, wenn ich gemerkt habe, dass meine Chefs mich klein halten. Meistens sehr freundlich und mit bester Absicht.

Ich war ein Rennpferd, das nur im Kreis traben durfte.

Dann hab ich mein erstes Unternehmen gegründet und bin genau diese Chefin geworden.

Ich habe meinem Team damals alles abgenommen.

Ich war erreichbar, auch im Urlaub.

Jede Entscheidung habe ich selbst getroffen, weil es schneller ging und ich hielt das für Fürsorge.

Bis eine Mitarbeiterin eine Kundin an “meine Kollegin” weitergereicht hat.

Die Kollegin war ich.

Hätte mein Team mir damals ein Zeugnis geschrieben, hätte darin gestanden:

“Sie hat sich stets bemüht, uns jede Aufgabe abzunehmen. Entscheidungen hat sie uns konsequent erspart. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.”

Wer Zeugnissprache kann, weiß, was das heißt.

Eine Fünf, ohne Dank und ohne Bedauern.

Heute sehe ich genau das in vielen Betrieben, in die ich komme.

Inhaber halten sich für großzügig, und ihr Team macht längst Dienst nach Vorschrift.

Die Besten gehen dabei zuerst, denn sie fühlen sich nicht mehr gesehen und sehen auch keine Weiterentwicklung.

Wenn du dich zu viel kümmerst, erschaffst du Verkümmerte.

Schmeckt sauer wie die Zitrone, ich weiß.

Wie du da wegkommst?

Indem du meine spezielle Einladung annimmst.